Canada

Banff
Banff
Moraine Lake, Banff Nationalpark
Moraine Lake, Banff Nationalpark
Helmcken Falls
Helmcken Falls
Wapiti, Jasper National Park
Wapiti, Jasper National Park
Cariboo Bonanza Resort
Cariboo Bonanza Resort
Barkerville
Barkerville
Terra Nostra Guest Ranch
Terra Nostra Guest Ranch
Heckman Pass
Heckman Pass
Harrisson Hot Springs
Harrisson Hot Springs
Whole Food Market, Vancouver
Whole Food Market, Vancouver

Mit dem Camper von Calgary nach Vancouver...

…das war der Wunsch von meinem Freund. Gemeinsam haben wir ihn in diesem Sommer in Angriff genommen und sind drei Wochen durch den Westen Kanadas gefahren.

 

Unser Start war in Calgary. Nachdem wir nach einem Tag Aufenthalt unseren Camper übernommen hatten, fuhren wir direkt in Richtung Norden weiter. Im Bow Valley Park bezogen wir für eine Nacht unseren ersten Camping. Von da ging es dann weiter hoch nach Banff, in den National Park. In Banff verbachten wir 2 Tage. Am ersten Tag liefen wir ins Städtchen und trafen unterwegs auf die ersten Tiere unserer Reise. Wir sahen Eichhörnchen, Streifenhörnchen und zu unserer grossen Freude, einen Wapiti. Das Städtchen erwies sich als sehr schön und im "The Block, Kitchen+Bar", konnten wir uns auch kulinarisch von Banff überzeugen. Am zweiten Tag wollten wir auf den berühmten Sulphur Mountain und lösten dazu einen Banff Day Pass für den Bus ($5), welcher sich auf jeden Fall lohnt. Bei der Station angekommen, wurden wir von der riesigen Menschenmasse überrascht. Nach kurzer Analyse der Situation:

Ticketpreis pro Person für die Gondelfahrt: $42

Wartezeit für die Gondelfahrt: 1 1/2h 

Entschieden wir uns gegen den Ausblick vom Sulphur Mountain herunter. Dieses Erlebnis bereits zu Beginn unserer Reise war uns eine Lehre. Wir standen von da an jeweils möglichst früh auf, wenn wir ein beliebtes Touristenziel besichtigen wollten. 

 

Weiter ging unsere Reise nach Lake Lousie. Der Bow Valley Parkway beeindruckte uns mit seinen dichten Wäldern, blumengesäumten Strassenrändern und Flussläufen. Wir hatten zudem das grosse Glück, unseren ersten Grizzly zu sehen. Unbeeindruckt der vielen Autos und damit auch Menschen um ihn herum, frass er gemütlich am Strassenrand sein Frühstück. 

In Lake Louise angekommen, waren alle Campings besetzt. So mussten wir etwas ausserhalb einen Selfservice Campground beziehen. Dabei fährt man eine Runde durch den Camping, sucht sich einen freien Platz und geht anschliessend zurück zum Eingang, um sich dort per Couvert mit Geld und Zettel, das in einen Briefkasten geworfen wird, anzumelden. Trotz fortgeschrittener Zeit, besuchten wir am Nachmittag dann noch den Lake Louise See und waren von der hellblauen Farbe beeindruckt. Im dazugehörigen Restaurant liessen wir uns zu einem Dessert namens "Jimmy Simps" hinreissen und waren von diesem Brownie mit Vanilleeis und Erdbeersauce völlig hin und weg. 

 

Der nächste Tag begann um 6.00 Uhr früh, da wir den Moraine Lake besichtigen wollten. Das frühe Aufstehen lohnte sich doppelt, wir sahen auf menschenleerer Strasse einen Wolf, an den wir sehr nahe fahren konnten und der Moraine Lake war mit der speziellen Atmosphäre am frühen Morgen, einer der schönsten Seen, den wir auf unserer Reise gesehen hatten. 

 

Nachdem wir auch am Poyto Lake einen kurzen Stopp einlegten, (der See ist ebenfalls sehenswert, der Aufstieg allerdings steil) fuhren wir auf dem Icefield Parkway Richtung Colambia Icefield und den Jasper National Park. Unterwegs sahen wir Schwarzbären und ein Dickhornschaf. Beim Gletscher machten wir erneut einen kurzen Halt. Im Jasper National Park konnten wir dann an einem See den sehr imposanten Wapiti beobachten. In Jasper selber angekommen, fanden wir auf den Pocahontas Gampgroun einen Platz und fuhren anschliessend zurück ins Städtchen. Dort besuchten wir auf Empfehlung eines Freundes zum ersten Mal ein Tim Hortons (ähnlich wie Starbucks) und waren von den süssen Timbits Bällchen sehr angetan. 

 

Am nächsten Morgen standen wir für die Besichtigung des Magline Lake wieder sehr früh auf. Kurz nach Abfahrt wurden wir von einer Schwarzbärenmutter und ihren drei Jungen belohnt. Allerdings waren wir dann vom See etwas enttäuscht. Nach dem Lake Louise, dem Moraine Lake und auch dem Poyto Lake, waren unsere Erwartungen wohl zu hoch. Das regnerische Wetter und die tiefen Temperaturen am frühen Morgen, trugen dann ihr übriges bei. 

 

Unsere Reise ging nun weiter nach Wells Gray. Mehr aus Versehen, landeten wir auf einem privaten Camping mit Golfplatz (Wells Gray Golf Resort & RV Park) und bezahlten $84 für zwei Nächte, so viel wie noch nie zuvor. Die Stellplätze auf einem grossen Kiesplatz entsprachen so gar nicht unseren Vorstellungen und trotz erfolgter Bezahlung, wollten wir nach der Besichtigung nur noch weg. So fuhren wir die komplette Strasse durch den Wells Gray Park (inkl. 20km Schotterpiste), nur um am Ende völlig überfüllte Campings vorzufinden und ernüchtert zurück zum Ursprungscamping zu fahren. Rückblickend waren wir über den Komfort dieses Privatcampings (Duschen, WC-Anlagen, Wifi, etc.) nach gut 3 Tagen ohne duschen sehr froh.

Am nächsten Tag machten wir uns nach kurzer Autofahrt zu Fuss auf den Weg zu den Dawson Falls und anschliessend über den 4km langen Trail (ein wunderschöner Wanderweg) zum Helmcken Fall. Dieser war sehr beeindruckend ist absolut sehenswert. Um einen noch besseren Blick auf den Wasserfall zu haben, fuhren wir anschliessend noch mit dem Auto zum offiziellen Aussichtspunkt. 

 

Unsere Reise ging weiter Richtung 100 Mile House. Unterwegs fuhren wir einige Campings an, hatten aber keinen Platz mehr. Erst beim Cariboo Bonanza Resort wurden wir fündig. Dieser von Schweizern geführten Camping ist ein offizieller Geheimtip. Er liegt direkt am Horse Lake und mit ein bisschen Glück (welches wir hatten), kriegt man einen Platz direkt am Ufer des Sees. Die ganze Anlage ist perfekt ein- und ausgerüstet und für Familien mit Kinder ein richtiges Paradies. Aufgrund unseres perfekten Plätzchens, entschieden wir uns für 2 Nächte und verbrachten den folgenden Tag mit ausruhen, lesen und sonnen. 

 

Unser nächstes Ziel war Quesnel. Auf dem Ten Mile Lake Gampground fanden wir einen freien Platz und mit der Liegewiese am See, hatten wir auch hier wieder einen Glücksgriff. Am nächsten Morgen fuhren wir früh in die historische Goldgräberstadt Barkerville. Das Dorf mit den über 100 Gebäuden aus den 1860er, wovon gut 1/3 noch in ihrem Originalzustand sind, beeindruckte uns sehr. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

 

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Williams Lake. Nachdem wir auf dem Rückweg von Barkerville bereits einen Antiquitätenladen besucht hatten, wurden wir heute erneut fündig. Es sollte nicht der letzte Besuch und auch nicht der letzte Einkauf von Antiquitäten sein auf unserer Reise :-)!

In Williams Lake bogen wir nach Bella Coola ab und kamen nach gut 2 Stunden Fahrt auf einem Camping direkt am Fluss gelegen an. Hier blieben wir nur für eine Nacht und machten uns am nächsten Tag auf, zu unserem eigentlichen Ziel. Auf der Terra Nostra Guest Ranch, welche von Schweizern betrieben wird, blieben wir 3 Nächte und liessen es uns so richtig gut gehen. Am überlangen Tisch assen wir gemeinsam mit allen anderen Ranchbesuchern, brätelten Marshmallow am Feuer, wanderten im nahegelegenen Wald, fuhren mit dem Kanu auf den See und hätten sogar eine ausgiebige Runde auf dem Pferd drehen können. 

 

Sehr erholt fuhren wir dann nach 4 Tagen weiter nach Bella Coola, einem (vermeintlichen) Highlight, der Fährefahrt durch die Insidepassage nach Vancouver Island, unserer Reise entgegen. Die Fahrt über den Heckman Pass (60km Naturstrasse) und damit eine der spektakulärsten Strassen Nordamerikas, war ein Erlebnis. Die Nacht vor unserer Fährefahrt verbachten wir auf dem Rip Rap Campsite, einem sehr schönen privaten Camping in Hagensborg, kurz vor Bella Coola. Früh am nächsten Morgen fuhren wir zum Hafen um die kleine Fähre (16 Fahrzeuge haben Platz) nach Bella Bella zu nehmen. Die Anmeldung unseres Campers verlief ohne Probleme und nach gut 3/4h standen wir mit zwei anderen Fahrzeugen kurz vor dem Verladen. Allerdings gab es mit dem Platz ein Problem, so dass die Ausmessungen, sowie Nachkontrolle der Buchungen aller übergebliebenen Fahrzeuge erfolgte. Diese ergab, dass die Länge unseres Campers nicht mit der auf der Buchung übereinstimmte und damit für uns kein Platz auf der Fähre mehr war. Gut 2' später, war die Fähre weg und wir alleine am Hafen. Der einzige Weg weg von Bella Coola, war der Rückweg nach Williams Lake, da wir uns in einer Sackgasse befanden und die Fähre bis im September komplett ausgebucht war. Nachdem wir uns in einem Restaurant bei Omelette mit Käse und Schinken sowie Bratkartoffeln und Toast unserer Situation bewusst wurden, fuhren wir 500km in etwas mehr als 8 Stunden wieder zurück nach Williams Lake. In Lac la Hache fanden wir einen PP Campground und gingen früh und sehr enttäuscht über die verpasste Fährenfahrt ins Bett. 

 

Unsere Reise führte uns nun statt nach Vancouver Island, nach Harrisson Hot Springs und damit in zahlreiche Antiquitätenläden. Wir fanden viele tolle Sachen und waren grosszügig mit Platz und Portemonnaie. Angekommen fanden wir den schönsten privaten Camping unserer Reise mit eigenem Abwasserabfluss, Stromanschluss und Wifi direkt beim Camper. Wir leisteten uns diesen Luxus für $50 pro Nacht und konnten uns so besser mit dem Verlauf unserer Reise abfinden. Wir blieben zwei Nächte, erkundeten bei einer Wanderung die nähere Umgebung und machten uns schliesslich daran, unseren Camper für die Abgabe am nächsten Morgen in Vancouver vorzubereiten.

 

Die Abgabe ging dann ohne grosse Probleme über die Bühne, war der Camper doch augenscheinlich sauberer, als bei unserer Übernahme in Calgary. Hier lohnt es sich übrigens, bei einer Reise mit Wohnmobil oder Camper frühzeitig zu buchen (wir konnten bei den Anbietern nicht mehr gross auswählen) und keinesfalls zu sparen. 

 

Die letzten drei Tage verbrachten wir schliesslich in Vancouver. Wir genossen die täglichen und selbstverständlichen Duschen, das leckere Essen (wir assen Fisch und Muscheln im "Jules Bistro", Burger und Poulet im "Six Acres" , Mexikanisch und auch ein Besuch im Whole Food Market durfte nicht fehlen) und die tolle Stadt. Ich hatte keine grossen Erwartungen und war wohl deshalb sehr beeindruckt. Vancouver erinnerte mich sofort an New York - nur kleiner und übersichtlicher. Am Ende unserer Reise mussten wir schliesslich noch einen Koffer kaufen, um alle unserer gekauften Antiquitäten nach Hause zu bringen und trotz Übergepäck (26kg) konnten wir die Heimreise antreten. 

 

Fazit: Kanada ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wer spontan und flexibel ist, muss keine Campings reservieren. Frühaufstehen lohnt sich meistens und kann mit einem Nachmittagsnickerchen kompensiert werden. Stehen Autos am Strassenrand, sollte man auf jeden Fall anhalten - Tiere in Sicht. Wer Antiquitäten mag - Büchsen, Schilder, Töpfe, Kannen, Waschbrätter, etc. der wird in Kanada und besonders zwischen Williams Lake und Vancouver (über Harrisson Hot Springs) definitiv fündig :-)!